DIE
ELTERN
Die einzige bekannte, gemeinsame Darstellung der Eltern von Norbert Burgmüller zeigt sie
während des Einzuges von Napoleon 1811 in Düsseldorf. Es handelt sich um das Paar unter-
halb des Torbogens: der beleibte Herr im braunen Rock und die Dame in weiss mit roter Stola.
August Burgmüller wurde 1766 in Magdeburg geboren und begann schön früh ein unstetes
Wanderleben als Theaterkappellmeister, Gelegenheits-Komponist (ganz in der Tradition
des 18. Jahrhunderts), Pianist und Musiklehrer. Dieses führte ihn über Stationen wie
Weimar, Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf, wo er seine spätere Frau Freiin Therese von
Zandt (1771-1858) als Schülerin kennenlernte. Weiter führte seine Laufbahn August Burgmül-
ler nach Mainz, Aachen und Wetzlar, ehe er 1804 Kapellmeister in Regensburg wurde.
Hier heiratete das Paar und die beiden ersten Söhne wurden geboren. 1807 fand Burgmüller
in Düsseldorf seinen endgültigen Wirkungskreis und prägte bis zu seinem Tode 1824 das
Musikleben als Organisator, Lehrer und Dirigent. 1812 wurde er Städtischer Musikdirektor
und gründete 1818 gemeinsam mit dem Elberfelder Musikdirektor Johannes Schornstein
die Niederrheinischen Musikfeste.
Auch die folgenden Musikfeste in Düsseldorf (1820 und 1822) sowie in Köln (1821) standen
unter der Leitung von August Burgmüller, der sich auf dem Höhepunkt seines Ruhmes be-
fand. 1819 begleitete er die berühmte Sängerin Angelica Catalani auf einer Tournee durch
West- und Norddeutschland als Dirigent und Pianist.
Angelica Catalani um 1815
Aus dieser Zeit stammt das folgende Albumblatt von der Hand August Burgmüllers, eines der
wenigen autographen Zeugnisse, die sich erhalten haben. Er schrieb es 1819 auf der Reise
mit der Catalani für seinen Freund Daniel Schütte in Bremen, der bei der Organisation der
dortigen Konzerte behilflich gewesen war.
Von August Burgmüllers wahrscheinlich zahlreichen Kompositionen hat sich lediglich
eine Handvoll Lieder erhalten, andere sind nur dem Namen nach bekannt. Es wird jedoch
berichtet, das sein Sohn Norbert sie schätzte und vor allem die Lieder häufig am Klavier sang.
Norberts Mutter Therese war eine gesuchte Klavierlehrerin und ausgebildete Sängerin, die
durch Unterricht zum Erhalt der Familie beitrug. Sie verwahrte lange Jahre den musikalischen
Nachlass ihres bedeutenden Sohnes und bemühte sich auch um die Aufführung und den
Verlag seiner Kompositionen.
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Von den wenigen erhaltenen Kompositionen August Burgmüllers seien hier drei vorgestellt:
Ariette "In questa tomba oscura" (ca. 1805)
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Aus "Vier Gesänge von Theodor von Haupt" (ca. 1818)
August Burgmüller
war keineswegs der erste Musiker der Familie. Bereits sein Vater,
Johann
Christian Burgmüller (ca. 1734 - 1776), war Domorganist in Magdeburg.
Zu
erwähnen
ist ferner ein als Domküster in Magdeburg hervorgetretener Johann
Friedrich
Eberhard
Burgmüller (1729 - 1808), der durchaus Augusts Onkel gewesen sein
könnte.
Von ihm entdeckte
der Autor kürzlich einen Satz des Chorals "Lasst uns alle
fröhlich
sein" aus dem Jahre 1748 und konnte der Versuchung nicht widerstehen,
einige einfache
Variationen hinzuzufügen.
Johann Friedrich Eberhard Burgmüller / Klaus Zehnder-Tischendorf:
Variationen
über den Choral "Lasst uns alle fröhlich sein"
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