DIE  LEHRER
 


 
 

   Joseph Kreutzer (1790-1840)

           Neben den Eltern und dem älteren Bruder Friedrich war, nach allem was bekannt ist, der
           Düsseldorfer Musiker Joseph Kreutzer der wichtigste Lehrer des jungen Burgmüller. Kreutzer
           war professioneller Geiger und lange Jahre Konzertmeister des Düsseldorfer Orchesters. Er
           machte sich auch als Komponist einen Namen und veröffentlichte, teilweise virtuose, Werke
           für Gitarre und für Streicher. Meist handelt es sich um Kammermusik, er scheint aber auch
           grösser angelegte Werke geschrieben zu haben, darunter eine Sinfonie. In späteren Jahren
           etwas schrullig geworden, zettelte Kreutzer die Revolte der Düsseldorfer Musiker gegen den
           Musikdirektor Mendelssohn an. Seine Gitarrenwerke werden in Auswahl im Neudruck
           erscheinen. Da von Joseph Kreutzer bis heute kein Porträt bekannt ist, sei er anhand eines
           Autographs seines Liedes Lebewohl sowie dem Titelblatt eines instruktiven Duo für 2 Violinen
           vorgestellt.



 
 
 


 

Joseph Kreutzer:

Rondo für Gitarre op.23 Nr.2 

Trio op.16 (Auszug) 




 
 

 Louis Spohr (1784-1859)
 
 


        Wahrscheinlich anlässlich des Düsseldorfer Musikfestes 1826, bei dem Spohr sein Oratorium
        Die letzten Dinge aufführte, wurden die Kontakte geknüpft, die es Norbert Burgmüller
        ermöglichten, ab Herbst 1826 in Kassel bei Spohr zu studieren. Spohr war zu jener Zeit bereits
        eine europäische Berühmtheit als einer der führenden Komponisten, als bedeutendster
        deutscher Geiger, als innovativer Dirigent und gesuchter Pädagoge. Spohr unterrichtete seiner
        Schüler immer kostenlos, wobei es sich stets mehr um den letzten Schliff bei den jungen, fast
        fertig ausgebildeten Musikern handelte. Er sorgte für intensiven Theorieunterricht bei seinem
        eigenen Schüler Moritz Hauptmann und übertrug seinen Schützlingen Aufgaben in praktischer
        Musikausübung als Solisten, Korrepetitioren, Dirigenten und Lehrer. Meist wurde eine Handvoll
        von vielversprechenden Lehrlingen in die Kasseler Schule aufgenommen, deren Ausbildung ein
        bis zwei Jahre währte, ehe andere an ihre Stelle traten. Burgmüller blieb fast vier Jahre in
        Kassel und hatte wohl nur bis ca. Anfang 1828 geregelten Unterricht, ehe er versuchte auf
        eigenen Füssen zu stehen. Spohr leitete die Uraufführung des Klavierkonzertes von Burg-
        müller am 14. Januar 1830. Obgleich Burgmüller als das bedeutendste productive Talent unter
        Spohrs Schülern galt und wohl auch lange sehr gefördert wurde, scheint er sich 1830 die
        Protektion und das Wohlwollen Spohrs verscherzt zu haben. Die genauen Gründe sind bis heute
        unklar. Die geplante Widmung seiner ersten Sinfonie an Spohr kam nicht zustande. Es sei hier
        noch ein musikalisches Albumblatt von Louis Spohr aus dem Jahre 1845, als sein wichtigster
        Schüler schon fast ein Jahrzehnt tot war, wiedergegeben.
 

 
 

Louis Spohr:

Larghetto aus dem Doppelquartett d-moll op.65 

Norbert Burgmüller spielte bei der Uraufführung der Kantate Vaterunser  von
Spohr in einem Konzert des Kasseler Cäcilienvereins am 22.11.1829 den
Orchesterpart auf dem Klavier, Spohr dirigierte:

"Vaterunser", Kantate (Auszug)   




 
 

Moritz Hauptmann (1796-1868)
 
 


         Der neben Spohr wichtigste Lehrer des jungen Burgmüller war der im 19. Jahrhundert zu den
         wichtigsten Theoretikern zählende Moritz Hauptmann. Er war Geiger in der Kasseler Hofkapelle
         unter Spohr. Als Komponist konnte er sich lediglich mit Liedern und Chorwerken bekannt
         machen, aber sein bedeutender Ruf, auch als Vorkämpfer der Bach-Renaissance, verschaffte
         ihm den Posten als Leipziger Thomaskantor und als Theorielehrer am Leipziger Konservatorium.
         In einem Brief an seinen langjährigen Freund, den Sänger und Pädagogen Franz Hauser,
         erinnerte sich Hauptmann an seinen Schüler Norbert Burgmüller: Sie haben ihn wohl gar
         nicht gekannt, ein langschmächtiger stiller Mensch mit vielem Talent. Aber es fällt
         nach Ihrer Zeit. Er war eine Zeit lang Bräutigam der Roland; die nahm sich aber dann
         einen andern. Er starb 1836 in Aachen, war überhaupt viel krank. Es hatte aber Alles
         Achtung vor ihm. Mendelssohn spielte sein Concert im Manuscript in Düsseldorf. An
         diesem Concert,  das er noch in Kassel schrieb, hat er wohl ein Jahr gearbeitet, weil
         er die meiste Zeit nichts tun konnte, - und es klingt als wär's in Einem Sitz gemacht.
 

 
 

Moritz Hauptmann:

Frühlingslied für Chor op. 32 Nr.3 

2 Goethe-Lieder   



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