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JAN BOCHANSKI (*1927)
BIOGRAPHIE
Jan
Bochanski (Pseudonym) wurde am 30.12.1927 in St. Wendel/Saar als Sohn einer Arztfamilie
(in fünfter
Generation) geboren. Er
besuchte Mittelschule und Realgymnasium in Gleiwitz/Oberschlesien und wurde
daneben als Luftwaffenhelfer
und für den Arbeitsdienst verpflichtet. Flucht und Vertreibung führten ihn nach
Melsungen, wo er sein Abitur
für Kriegsteilnehmer ablegte. Erste kompositiorische Versuche nach früherem,
spärlichen Klavierunterricht
ohne musiktheoretische Ausbildung. 1947 bis 1953 Studium der Humanmedizin
(sowie einige Semester Jura)
in Homburg/Saar, Paris und Heidelberg. Promotion, Approbation und Ausbildung
als Facharzt für
Ophthalmologie von 1954 bis 1960. Wissenschaftliche Tätigkeit und Erarbeitung mehrerer
optischer und
augenheilkundlicher Patente zwischen 1970 und 1988. Niedergelassen als Augenarzt ab 1961
in Oberursel, seit 1968 dann
in Frankfurt/Main. Aktiver Rallye-Fahrer (sieben Teilnahmen an derTour d'Europe),
Motorjournalist und
Sachverständiger für den Themenkomplex Optik und Strassenverkehr (Grundlagenwerk
Auge - Brille - Auto)
und freier Mitarbeiter von Fachzeitschriften und Rundfunkanstalten. Seit 1975
regelmässige
Kompositionstätigkeit:
hauptsächlich Klavierwerke in Form von Variationen, Charakterstücken und Tänzen.
WERKVERZEICHNIS
Klavierwerke
Variationen
- op.2 (über B-A-C-H); über Motive von Chopin: op.4 (Minutenwalzer); op.9 (Prélude
Nr.20);
op.11 (Prélude Nr.1);
op.12 (Prélude Nr.2); op.13 (Prélude Nr.4); op.14 (Prélude Nr.3); op.16 (Prélude
Nr.6);
op.17 (Prélude Nr.8);
op.22 (Prélude Nr.22); op.49 (Walzer op.64 Nr.2) - op.31 (Romanze Nr.2 von Schumann);
op.51 (Duett von
Donizetti).
Charakterstücke
- Nocturne es-moll op.1; Prélude a-moll op.3; Etüde fis-moll op.5; Impression
gis-moll op.6;
Zur Guten Nacht Des-dur
op.7; Nocturne e-moll op.8; Prélude Es-dur op.10; Nocturne f-moll op.15; Rondo gis-
moll op.19; Rêverie
es-moll op.21; Elegie a-moll op.24b; Impromptu As-dur op.26; Rhapsodische Kanzone e-
moll op.27; Nocturne
g-moll op.28; Albumblatt a-moll op.29; Schubertiade f-moll op.30; Legende c-moll
op.32;
Siciliana a-moll op.34;
Etüde cis-moll op.37; Lied ohne Worte C-dur op.38; Russisches Lied fis-moll op.39;
Trois Préludes op.40;
Etüde Es-dur op.41; Russische Romanze b-moll op.44; Nocturne b-moll op.48;
Nocturne f-moll op.50;
Capriccio e-moll op.52; 2 Préludes op.58; Etüde c-moll op.63; Nordischer Tanz
E-dur
op.64; Erstes
Beginnen C-dur o. op.
Tänze - Zwei
Walzer in c-moll o.op.; Walzer es-moll op.18; Walzer As-dur op.33; Walzer b-moll op.42;
Walzer
cis-moll op.43; Walzer
fis-moll op.46; Walzer es-moll op.54; Walzer As-dur op.56; Walzer As-dur op.62 -
Mazurka g-moll op.20;
Mazurka c-moll op.23; Mazurka a-moll op.25; Mazurka c-moll op.35; Mazurka a-moll
op.47; Mazurka a-moll
op.53 - Polonaise G-dur op.36; Polonaise c-moll op.60; Polonaise c-moll op.61 -
Czsardas fis-moll
op.45.
Etüde op.55 für 2 Klaviere (nach den Chopin-Etüden op.10 Nr.12 und op.25 Nr.12).
Sonstige Werke
Elegie für Violoncello und Klavier a-moll op.24; 3 Miniaturen für Flöte und Fagott
op.57; Prélude für Violon-
cello und Klavier
c-moll op.58 Nr.2; A la Russe, Lied für Kammerchor fis-moll op.59.
DISKOGRAPHIE
Chopin-Variationen Vol. I
(enthält opp. 1-5, 7, 9, 11, 14, 22, 24, 42, 43) / Hans-Dieter Bauer, Klavier /
FCD 97241
Chopin-Variationen Vol. II
(enthält opp. 6, 13, 16, 17, 23-30, 33) / Siegfried Schubert-Weber, Klavier;
Günter Lösch, Violoncello / FCD
97242
Pianistische Kostbarkeiten Vol. I (enthält opp. 46-48) / Gisela Sott, Klavier / FCD 97265
Pianistische Kostbarkeiten Vol. II (enthält opp. 20, 32, 44) / Gisela Sott, Klavier / FCD 97274
Zwei weitere CD mit Klavierwerken sowie ein
Notenauswahlband befinden sich in Vorbereitung.
TONBEISPIELE
Ist es heute
noch möglich zu komponieren, als hätten alle Entwicklungen des 20. Jahrhunderts von der
Atonalität über
Dodekaphonie und Serialismus bis zur Post-Moderne nie stattgefunden? Jan Bochanski
hat aus seiner unabhängigen
Position als Teilzeit- aber Vollblutmusiker seine eigene Antwort gegeben.
Anknüpfend bei Chopin, Liszt
und ihren Zeitgenossen sowie den grossen Klaviermagiern Rachmaninow,
Skrjabin und Bortkiewicz,
schreibt er die grosse slawisch-romantische Klaviertradition unbeirrt fort und
beschwört dabei nicht nur
eine versunkene Epoche, sondern entführt den heutigen Hörer noch einmal
ins Reich der heilsamen
Klänge. Die fast ganz verlorene, reine Sinnenfreude am Klavier(wohl)klang
feiert bei Bochanski ihre
Auferstehung. Selten dramatisch, häufiger lyrisch und fast immer melancholisch
ziehen die Variationen,
Tänze und Charkterstücke an uns vorüber und stellen dabei oftmals beträchtliche
pianistische Anforderungen.
Wir bewegen uns dabei auf vemeintlich stets vertrautem Boden; erst bei
näherer Betrachtung
offenbaren die meist kleinformatigen Stücke ihre melodische und harmonische
Originalität, in der
Anklänge und (bewusste) Zitate lediglich als Würze dienen. Wenn mit solch hoher
Sensibilität und tiefer
Versonnenheit, einer solchen Kunstfertigkeit und einem so geschliffenen Klaviersatz
wie bei den Besten dieser
Zunft komponiert wird, hat eine derartige Kunst die gleiche Berechtigung wie
in längst vergangenen Tagen.
Etüde
op.55 für 2 Klaviere (nach den Chopin-Etüden op.10 Nr.12 und op.25 Nr.12)
TONDICHTER
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