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JOHANN LUDWIG BÖHNER
(1787-1860)
BIOGRAPHIE
Johann Ludwig (Louis)
Böhner wurde am 7. Januar 1787 in Töttelstedt bei Gotha geboren. Zunächst Schüler
seines Vaters, schrieb er als
Zehnjähriger eine Kantate über Schillers An die Freude für Soli, Chor und
Orchester.
1798 sezte er seine Studien
in Erfurt fort, ehe er ab 1805 von Spohr in Gotha weiter gefördert wurde. 1808
immatrikulierte er sich an
der Universität Jena und kam als Klavierlehrer in den Kreis um Goethe. Ab 1811 be-
gann er Konzertreisen als
Klaviervirtuose, die ihn - unterbrochen von einem ausgedehnten Intermezzo in Nürn-
berg - fast ein
Jahrzehnt durch Deutschland, die Schweiz und nach Dänemark führten. In Kopenhagen erlitt
er 1820 einen geistigen
Zusammenbruch, der ihn fortan unter Phobien und rezidivierenden Wahnvorstellungen
leiden liess. Die folgenden
Jahrzehnten verbrachte er ohne feste Anstellung und auf stetiger Wanderschaft vor
allem in Thüringen. Er wurde
zu einer legendären und berüchtigten Figur, war aber wohl nicht das Vorbild für
E.T.A. Hoffmanns Kapellmeister
Kreisler, wie vielfach behauptet wurde. Leider haben sein schlechter Ruf und
das weitgehende Erlöschen
seiner Inspiration ab den 1830er Jahren, die Meisterwerke seiner Jugend in den
Hintergrund gedrängt.
WERKVERZEICHNIS
196 Werke mit Opuszahl, an 100 Stücke ohne Opuszahl.
Oper: Der Dreiherrenstein (1810-1813).
Vokalwerke: Lieder, Kantaten, Motette.
Orchesterwerke: Sinfonie
d-moll op.140; Ouvertüre C-dur (1805); Serenade op.9; Ouvertüre D-dur op.16;
Fantasien op.50 und op.87;
Tänze.
Konzerte: für Klavier -
Es-dur op.7, D-dur op.8, C-dur op.11, d-moll op.13, A-dur op.14, D-dur o.160;
ferner für Violine,
Klarinette(n) oder Fagott mit Orchester.
Kammermusik: Klavierquartett op.4; Sonatine, Duette, Variationen für verschiedene Instrumente.
Klaviermusik:
4 Sonaten; zahlreiche Fantasien, Bagatellen, Tänz, Etüden und Bearbeitungen eigener
Werke.
LITERATUR
Bolt, K.F.:
J.L.Böhner (1787-1860) - Leben und Werk. Hildburghausen 1940.
anonym: J.L.Böhner und seine
Werke . Gotha 1898 (hrsg. duch den Böhnerverein).
Beer,A.: Aufsätze über
Böhner und Dokumentenband (in Vorbereitung).
DISKOGRAPHIE
Ouvertüre op.16; Sinfonie
op.130; Fantasie und Variationen für Violine und Orchester op.94; Ouvertüre
Der Dreiherrenstein /
Viktor Barschewitsch, Violine; Thüringen-Philharmonie; Hermann Breuer / Es-dur ES 2022
Aurora-Galopp; Fantasie
für Fagott und Orchester op.1; Serenade F-dur op.9; Introduction und Variationen
für Fagott und Orchester
op.27 / Klaus Thunemann, Fagott; Thüringen-Philharmonie; Hermann Breuer
Es-dur ES 2030
Fantasie und Variationen
für Klarinette und Klavier A-dur / Dieter Klöcker, Klarinette; Werner Genuit, Klavier /
CPO 999 626-2
TONBEISPIELE
Ludwig Böhner kann
neben E.T.A. Hoffmann, Weber und Spohr zu den Gründervätern der musikalischen
Romantik in Deutschland gerechnet
werden. Vor allem in seinen Werken aus der Zeit von ca. 1805 - 1825
findet sich eine Anzahl bedeutende
Schöpfungen, die eine nähere Auseinandersetzung und kritische Sichtung
verdient hätten. In seinen
Klavierkonzerten etwa, die das Zentrum seiner frühen Meisterwerke bilden, steht er
Beethoven nicht fern und kann sich
durchaus mit Weber messen.
1. Satz aus dem Klavierkonzert
D-dur op.8
4. Satz aus der Serenade F-dur
op.9
Duett für Klarinette und
Klavier Es-dur op.67
1. Satz aus der
Sinfonie d-moll op.130
Ouverüe zur Oper
Der Dreiherrenstein
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