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HANS BRONSART VON SCHELLENDORF
(1830-1913)





    BIOGRAPHIE

     Hans Bronsart von Schellendorf wurde am 11. Februar 1830 in Berlin als Sohn einer preussischen Offiziers-
     familie geboren. 1849 wurde er nach dem Besuch des Gymnasiums Schüler von Dehn. 1853 schloss er sich
     dem Weimarer Kreis um Franz Liszt an und befreundete sich mit Bülow, Cornelius, Draeseke und lernte Ber-
     lioz und Brahms kennen. 1857 spielte er die Uraufführung des ihm gewidmeten 2. Klavierkonzertes von
     Liszt und unternahm dann ausgedehnte Konzertreisen, zum Teil gemeinsam mit seiner Verlobten Ingeborg
     Starck (1840-1913), ebenfalls einer Schülerin von Liszt, die er 1861 heiratete und die sich auch als Kompo-
     nistin einen Namen machte. Von 1859 bis 1867 betätigte sich Bronsart (neben seiner Reisetätigkeit) als
     Dirigent in Löwenberg, Leipzig und Berlin. 1867 wurde er Generalintendant des Königlichen Hoftheaters in
     Hannover, von 1887 bis zu seiner Pensionierung 1895 in gleicher Funktion in Weimar. Bronsart gehörte
     zu den führenden Vertretern des Allgem. Deutschen Musikvereins und war stets um einen Ausgleich im
     Parteienstreit zwischen der Neudeutschen Schule und dem konservativen Lager bemüht. Die letzten Jahre
     verbrachte Bronsart nur der Komposition lebend in Pertisau, Rottach-Egern und München, wo er am am
     3. November 1913 verstorben ist.
 
 




     WERKVERZEICHNIS

     Vokalwerke:
     Hymnus an die Königin für Frauenchor und Orchester; Manfred, Dramatisches Tongedicht in 5 szenischen
    Bildern; 3 Lieder nach Texten von Cornelius; zahlreiche ungedruckte Lieder.

     Instrumentalmusik:
    Orchesterwerke - Frühlings-Fantasie op.11; Klavierkonzert fis-moll op.10; In den Alpen, 1. Sinfonie mit
    Chor (verschollen);  Schicksalsgewalten, 2. Sinfonie c-moll (verschollen); Napoli, Suite mit Solostimme
     und Chor (verschollen).
    Kammermusik - Klaviertrio g-moll op.1; Fantasiestück für Violine und Orgel oder Klavier op.3;
     Septett, Quintett und Streichquartett (1884-1897, ungedruckt).
     Klaviermusik - Nachklänge aus der Jugendzeit, Tonbilder op.2; 3 Mazurken op.4; Ballade op.5; Fantasie
     op.6; Melusine, Märchenop.9; zahlreiche ungedruckte Klavierstücke.
 
 





   DISKOGRAPHIE

      Klaviertrio g-moll op.1 / Canadian Trio / IBS  1012
     Klavierkonzert fis-moll op.10 / Michael Ponti; Westfälisches Sinfonieorchester; Richard Kapp / Turnabout 1157092
 
 



   TONBEISPIELE

     Trotz der unübersehbaren, hohen Qualitäten der bislang bekannten Werke ist der kompositorische Nach-
     lass Bronsarts bis heute praktisch unerforscht und grossformatige Werke seiner späten Schaffensperiode
     scheinen unrettbar verloren. Die im Folgenden vorgestellten zwei Werke (entstanden 1853 bzw. 1857)
    gehören sicherlich zu den besten ihrer Art neben dem frühen Brahms, dessen Stilistik sie weit näher stehen,
    als bei einem Vertreter der Neudeutschen Schule angenommen werden dürfte. Sie sind jedoch genuiner
    Bronsart und strahlen eine Ausdruckskraft und formale Souveränität aus, wie sie in der Generation von Brahms
    eher die Ausnahme gewesen ist. Es scheint dringend geboten und wäre sicherlich lohnend, die übrigen er-
    haltenen Werke von Bronsart zu prüfen und auf die Suche nach den vemeintlich verschollenen zu gehen.
 

    Klaviertrio g-moll op. 1 , 1. Satz: Allegro molto 

    Klaviertrio g-moll op. 1 , 2. Satz: Vivace 

    Klaviertrio g-moll op. 1 , 3. Satz: Adagio ma non troppo 

    Klaviertrio g-moll op. 1 , 4. Satz:  Grave - Allegro agitato 
 

    Klavierkonzert fis-moll op.10 ,  1. Satz: Allegro maestoso 

    Klavierkonzert fis-moll op.10 ,  2. Satz: Adagio ma non troppo 

     Klavierkonzert fis-moll op.10 ,  3. Satz:  Allegro con fuoco 





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