PAUL BÜTTNER (1870-1943)
BIOGRAPHIE
Paul
Büttner wurde am 10.12.1870 in Dresden geboren. Aus bescheidenen Verhältnissen
stammend, konnte
er sich neben seinem Beruf als Handwerker erst spät der Musik widmen
und studierte am Dresdner
Konservatorium bei Felix Draeseke. 1897 wurde er selbst Lehrer an diesem
Institut, dessen Direktor er von
1924 bis 1933. Wegen seines Engagements für sozialdemokratische Arbeitervereine,
wurde er von seinem
Amt entbunden, verlor seine Position als Musikkritiker der Dresdner
Nachrichten und starb verbittert in der
inneren Emigration am 15.10.1943 in seiner Heimatstadt.
In den Jahren 1915 bis 1925 wurde Büttner als einen der letzten grossen
Sinfoniker gefeiert, als sich Dirgenten
wie Schuch, Nikisch, Busch und Schuricht für seine Werke einsetzten.
In der DDR wurde er wohl mehr aus
ideologischen Gründen, als wegen der Qualität seiner Musik gelegentlich
aufgeführt. Sein Gesamtwerk harrt
noch der Erforschung und Widerbelebung.
WERKVERZEICHNIS
Vokalwerke:
2 Opern Menasche und
Anka ; zahlreiche Werke für
Chor a capella; drei chorsinfonische Werke; Lieder.
Orchesterwerke:
4 Sinfonien: F-dur, G-dur, Des-dur, h-moll; Orchesterfantasien Der
Krieg und Über ein deutsches Volkslied;
Eine Vision, Präludium Fuge und Epilog; Das Wunder der Isis,
Burleske; Musik zu Grabbes Napoleon
;
Heroische Ouvertüre; Tänze und Gelegenheitswerke; Konzertstück
für Violine und Orchester.
Kammermusik:
Streichquartett g-moll; 3 Violinsonaten; wenige Klavierstücke.
DISKOGRAPHIE
Sinfonie Nr. 4 h-moll (1918); Heroische Ouvertüre (1925) ;Berliner
Rundfunk-Sinfonieorchester ;
Gerhard Pflüger ; Hans-Peter Frank / Sterling CDS-1048-2
LITERATUR
Gedenkartikel
von Karl Laux in Musik und Gesellschaft 1954 und 1970.
TONBEISPIELE
Von
Paul Büttners Kompositionen
sind es vor allem die Orchesterwerke, die heute noch zu interessieren
vermögen.
In den 4 Sinfonien und den Ouvertüren und Fantasien scheint die grosse
sinfonische Tradition
von Beethoven
über Burgmüller, Schumann, Brahms, Bruckner und Draeseke mit
den programmatischen
Tendenzen
der Neudeutschen Schule in grosszügiger Weise versöhnt und verbunden.
Es ist sicherlich eine
vorwiegend
ekklektische Kunst, die allerdings sinfonischen Atem und dramatische Kraft
besitzt.
3. Satz
aus der Sinfonie Nr.2 G-dur
1. Satz
aus der Sinfonie Nr. 3 Des-dur
4. Satz
aus der Sinfonie Nr. 4 h-moll
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