TONDICHTER   Copyright by Klaus Zehnder-Tischendorf 2002    Zurück zur Inhaltsübersicht

HANS HUBER (1852-1921)
 


   BIOGRAPHIE

    Hans Huber wurde am 28. Juni 1852 in Eppenberg bei Aarau als Sohn eines Lehrers geboren. 10jährig bezog
     er als Sängerknabe das Choraulen- und Partisteninstitut in Solothurn und machte dort seine Matura. 1870 ging
     er ans Leipziger Konservatorium, wo bis 1874 vor allem Carl Reinecke sein Lehrer war. Nach einigen Jahren
     als Musiklehrer im Elsass liess sich Huber 1877 als Klavierlehrer in Basel nieder. Hier unterrichtete er später auch
     an der Allgemeinen Musikschule, war eine der Säulen des Musiklebens und stand ab 1896 dem Lehrinstitut vor,
     das 1905 mit dem Konservatorium vereinigt wurde. Krankheitshalber trat Huber 1918 zurück und verstarb am
     25. Dezember 1921 in Locarno. Er war Kopf des 1900 gegründeten Schweizer Tonkünstlervereins und erschloss
     der bis 1880 vom Männerchorgesang geprägten Schweizer Musik weite Felder der abendländischen Tradition.
 




     WERKVERZEICHNIS (im Überblick)

    3 Opern; 2 Festspielmusiken; 3 Schauspielmusiken; 3 Oratorien; 5 Messen; zahlreiche geistliche und
    weltliche Chorwerke mit und ohne instrumentale Begleitung; über 100 Quartette, Duette und Lieder.

    9 Sinfonien; 2 Serenaden; Ouvertüren und Tondichtungen; 4 Klavierkonzerte; 2 Violinkonzerte; Suite
    für Violoncello und Orchester.

    Klaviersextett mit Bläsern; 3 Klavierquintette; 1 Streichquartett; 2 Klavierquartette; 6 Klaviertrios;
    10 Violinsonaten; 4 Sonaten und 2 Suiten für Violoncello und Klavier; zahlreiche Miniaturen für ver-
    schiedene Instrumente mit Klavierbegleitung.

     Zahlreiche Werke für Klavier zu vier Händen und 2 Klaviere; sehr zahlreiche Werke für Klavier zu 2
    Händen in allen denkbaren Gattungen; Bearbeitungen und Studien; wenige Orgelwerke.
 




    LITERATUR

     Refardt, E.:Hans Huber. Leben und Werk eines Schweizer Musikers. Zürich 1944.

     Bundi,G.: Hans Huber. Die Persönlichkeit nach Briefen und Erinnerung. Basel 1925

 


 

    DISKOGRAPHIE
 
 

    Sinfonien Nr.1 d-moll op.63 Tellsinfonie und Nr.7 d-moll Schweizerische / Stuttgarter Philharmoniker;
    Jörg-Peter Weigle / Sterling CDS-1042-2
    Sinfonien Nr.3 C-dur op.118 Heroische und Nr.6 A-dur op.134/ idem / Sterling CDS-1037-2
    Sinfonie Nr.2 e-moll op.115 Böcklin ; Ouvertüre Der Simplicius; Lustspiel-Ouvertüre op.50 / idem
    Sterling CDS-1022-2
    Sinfonie Nr.5 F-dur Der Geiger von Gemünd ; Serenade Nr.1 Sommernächte E-dur op.86 / idem
    Sterling CDS-1027-2
    Violinsonate Nr.1 c-moll op.18; Ausgewählte Klavierstücke / Takumi Kubota, Violine; Anne de
    Dadelsen, Klavier / ex libris CD 6082
    Sextett für Klavier und Bläser B-dur o. op. / Schweizer Bläserquintett; Michiko Otaki, Klavier /
    Discover DICD 920481
    Präludien und Fugen in allen Tonarten zu vier Händen op.100 / Adrienne Soos; Ivo Haag / Pan 510 128
    Zu vier Händen: Walzer op.59; Aus Goethes West-östlichem Divan op.41; Schweizer Lieder und
    Tänze o. op. / Luzerner Klavierduo / Acanthus 94004
    Chorwerke Vol.1: 5 Quartette op.52; 10 Quartette aus Goethes West-östlichem Divan op.69; Lenz- und
    Liebeslieder op.72; Vom Luzernersee, 10 Ländler op.47 / Barbara Locher, Sopran; Liliane Zürcher, Alt;
    Lukas Albrecht, Tenor; Peter Brechbühler, Bass; Akademiechor Luzern; Alois Koch / idem/ Acanthus 94002
    Lieder Vol. 1: Mädchenlieder op.61; 7 Gesänge nach Volksliedern op.72; Liebeslieder op.44; Stimmungen
    op.53 / Barbara Locher, Sopran; Liliane Zürcher, Alt; Pius Urech, Klavier / Acanthus 94006
    Lieder aus op. 44 und 61 / Irene Friedli, Mezzosopran; Manuel Bärtschi, Klavier / Discover DICD 920258

    Walzer für Violine, Violoncello und Klavier zu vier Händen op.27 und 54; Vom Luzernersee, 10 Ländler op.47;

     2 Romanzen für Violoncello und Klavier op.30; 3 Melodien für Violine und Klavier op.49 / Louis Pantillon,

    Violine; Sébastien Singer, Violoncello; Klavierduo Dominique Derron & Pius Urech / Acanthus ACM 002
 

    TONBEISPIELE

    Hans Huber ist ohne Zweifel der bedeutendste Vertreter der ausgehenden musikalischen Romantik in der
    Schweiz. Mit seinem an Schumann und Brahms geschulten, kraftvollen und doch sensiblen Stil wurde er
    um 1900 zu einer nationalen Institution und überwand durch internationale Geltung auch die heimische
    Beengtheit. Während sich die Tonträgerindustrie bislang vor allem der Orchesterwerke angenommen hat,
    sind die eigentlichen Schätze aus Hubers Kammer- und Kaviermusik, seinen Liedern und Chören noch zum
    grössten Teil nicht gehoben. Während die Sinfonien gelegentlich in spätromantischer Rhetorik erstarren,
    zeigen die intimeren Formen eine weitaus persönlichere und sich zum Bedeutenden aufschwingende
    Handschrift.

    Nachtgesang Nr.1 aus op.22 

     Sonate für 2 Klaviere in einem Satz op.31 

     Peregrina-Lieder op.32 

     Scherzo aus der Violinsonate op.42 

     2 Intermezzi aus op.94 

     Romanze aus op.104 

     Andante und Finale aus dem Klavierkonzert Nr.3 op.113 

     1. Satz aus dem Klavierquartett Waldlieder op.117 
 





 

TONDICHTER   Copyright by Klaus Zehnder-Tischendorf 2002    Zurück zur Inhaltsübersicht