HANS HUBER
(1852-1921)
BIOGRAPHIE
Hans Huber wurde am 28. Juni 1852 in Eppenberg bei Aarau als Sohn
eines Lehrers geboren. 10jährig bezog
er als Sängerknabe das Choraulen- und Partisteninstitut in Solothurn
und machte dort seine Matura. 1870 ging
er ans Leipziger Konservatorium, wo bis 1874 vor allem Carl Reinecke sein
Lehrer war. Nach einigen Jahren
als Musiklehrer im Elsass liess sich Huber 1877 als Klavierlehrer in Basel
nieder. Hier unterrichtete er später auch
an der Allgemeinen Musikschule, war eine der Säulen des Musiklebens
und stand ab 1896 dem Lehrinstitut vor,
das 1905 mit dem Konservatorium vereinigt wurde. Krankheitshalber trat
Huber 1918 zurück und verstarb am
25. Dezember 1921 in Locarno. Er war Kopf des 1900 gegründeten Schweizer
Tonkünstlervereins und erschloss
der bis 1880 vom Männerchorgesang geprägten Schweizer Musik weite
Felder der abendländischen Tradition.
WERKVERZEICHNIS (im Überblick)
3 Opern;
2 Festspielmusiken; 3 Schauspielmusiken; 3 Oratorien; 5 Messen; zahlreiche
geistliche und
weltliche
Chorwerke mit und ohne instrumentale Begleitung; über 100 Quartette,
Duette und Lieder.
9 Sinfonien;
2 Serenaden; Ouvertüren und Tondichtungen; 4 Klavierkonzerte; 2 Violinkonzerte;
Suite
für
Violoncello und Orchester.
Klaviersextett
mit Bläsern; 3 Klavierquintette; 1 Streichquartett; 2 Klavierquartette;
6 Klaviertrios;
10 Violinsonaten;
4 Sonaten und 2 Suiten für Violoncello und Klavier; zahlreiche Miniaturen
für ver-
schiedene
Instrumente mit Klavierbegleitung.
Zahlreiche
Werke für Klavier zu vier Händen und 2 Klaviere; sehr zahlreiche
Werke für Klavier zu 2
Händen
in allen denkbaren Gattungen; Bearbeitungen und Studien; wenige Orgelwerke.
LITERATUR
Refardt, E.:Hans Huber. Leben und Werk eines Schweizer Musikers. Zürich 1944.
Bundi,G.: Hans Huber. Die Persönlichkeit nach Briefen und Erinnerung. Basel 1925
DISKOGRAPHIE
Sinfonien
Nr.1 d-moll op.63 Tellsinfonie
und Nr.7 d-moll Schweizerische
/ Stuttgarter Philharmoniker;
Jörg-Peter
Weigle / Sterling CDS-1042-2
Sinfonien
Nr.3 C-dur op.118 Heroische
und Nr.6 A-dur op.134/ idem / Sterling
CDS-1037-2
Sinfonie
Nr.2 e-moll op.115 Böcklin
; Ouvertüre Der Simplicius;
Lustspiel-Ouvertüre
op.50 / idem
Sterling
CDS-1022-2
Sinfonie
Nr.5 F-dur Der Geiger von Gemünd ; Serenade Nr.1 Sommernächte
E-dur
op.86 / idem
Sterling
CDS-1027-2
Violinsonate
Nr.1 c-moll op.18; Ausgewählte Klavierstücke / Takumi Kubota,
Violine; Anne de
Dadelsen,
Klavier / ex libris CD 6082
Sextett
für Klavier und Bläser B-dur o. op. / Schweizer Bläserquintett;
Michiko Otaki, Klavier /
Discover
DICD 920481
Präludien
und Fugen in allen Tonarten zu vier Händen op.100 / Adrienne Soos;
Ivo Haag / Pan 510 128
Zu vier
Händen: Walzer op.59; Aus Goethes West-östlichem Divan op.41;
Schweizer Lieder und
Tänze
o. op. / Luzerner Klavierduo / Acanthus 94004
Chorwerke
Vol.1: 5 Quartette op.52; 10 Quartette aus Goethes West-östlichem
Divan op.69; Lenz- und
Liebeslieder
op.72;
Vom Luzernersee, 10 Ländler op.47 / Barbara Locher, Sopran;
Liliane Zürcher, Alt;
Lukas
Albrecht, Tenor; Peter Brechbühler, Bass; Akademiechor Luzern;
Alois Koch / idem/ Acanthus 94002
Lieder
Vol. 1: Mädchenlieder op.61; 7 Gesänge nach Volksliedern op.72;
Liebeslieder op.44; Stimmungen
op.53
/ Barbara Locher, Sopran; Liliane Zürcher, Alt; Pius Urech, Klavier
/ Acanthus 94006
Lieder
aus op. 44 und 61 / Irene Friedli, Mezzosopran; Manuel Bärtschi, Klavier
/ Discover DICD 920258
Walzer für Violine, Violoncello und Klavier zu vier Händen op.27 und 54; Vom Luzernersee, 10 Ländler op.47;
2 Romanzen für Violoncello und Klavier op.30; 3 Melodien für Violine und Klavier op.49 / Louis Pantillon,
Violine; Sébastien Singer, Violoncello; Klavierduo Dominique Derron & Pius
Urech / Acanthus ACM 002
TONBEISPIELE
Hans Huber
ist ohne Zweifel der bedeutendste Vertreter der ausgehenden musikalischen
Romantik in der
Schweiz.
Mit seinem an Schumann und Brahms geschulten, kraftvollen und doch sensiblen
Stil wurde er
um 1900
zu einer nationalen Institution und überwand durch internationale
Geltung auch die heimische
Beengtheit.
Während sich die Tonträgerindustrie bislang vor allem der Orchesterwerke
angenommen hat,
sind die
eigentlichen Schätze aus Hubers Kammer- und Kaviermusik, seinen Liedern
und Chören noch zum
grössten
Teil nicht gehoben. Während die Sinfonien gelegentlich in spätromantischer
Rhetorik erstarren,
zeigen
die intimeren Formen eine weitaus persönlichere und sich zum Bedeutenden
aufschwingende
Handschrift.
Sonate für 2 Klaviere in einem Satz op.31
Scherzo
aus der Violinsonate op.42
Andante
und Finale aus dem Klavierkonzert Nr.3 op.113
1.
Satz aus dem Klavierquartett Waldlieder op.117
TONDICHTER Copyright by Klaus Zehnder-Tischendorf 2002 Zurück zur Inhaltsübersicht