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TILO MEDEK (*1940)
 




   BIOGRAPHIE

     Tilo Medek wurde am 22. Januar 1940 in Jena als Sohn eines Komponisten und Kammermusikers geboren. Erst
    als 10jähriger erhielt er von dem aus der Gefangenschaft heimgekehrten Vater regelmässigen Musikunterricht.
    1959 ging er als Student der Humboldt-Universität (Musikwissenschaft, Philosophie, Gartenbauarchitektur) nach
    Berlin. Daneben war er Kompositionsschüler von Rudolf Wagner-Régeny an der Berliner Musikhochschule. Wich-
    tige Impulse boten die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Ab Mitte der 60er Jahre machte sich Medek inter-
    national einen Namen als Komponist, musste aber seit dem Prager Frühling zunehmende Behinderungen des
    Staatsapparates hinnehmen, die 1977 in seiner Ausbürgerung gipfelten. Seitdem hat sich Tilo Medek im Rheinland
    angesiedelt und betreibt heute in der Nähe von Remagen seinen eigenen Musikverlag. Eine Anzahl seiner Kompo-
    sitionen fand den Weg ins Repertoire und führte zu zahlreichen Ehrungen wie u.a. dem Studienaufenthalt in der
    Villa Massimo (Deutsche Akademie Rom) im Jahre 1994.
 
 





     WERKVERZEICHNIS (im Überblick)

    5 Opern und Singspiele;  1 Ballett; zahlreiche Chorwerke mit und ohne instrumentale Begleitung,
    darunter Te Deum, Pfingstmusik  und mehrere Kantaten; über 100 Lieder und Chansons, zum Teil
    zyklisch.

    3 Sinfonien; zahlreiche Konzerte für verschiedene Instrumente mit Orchester, darunter 3 Cellokonzerte;
    viele Charakterstücke für Orchester.

    Zahlreiche Kammermusikwerke für freie Ensemble-Besetzungen und traditionelle Ensembles, darunter
    3 Streichquartette.

     Etliche Werke für Klavier zu zwei Händen und 2 Klaviere; viele Werke für Orgel, für Gitarre und für
    Schlagzeug sowie 3 Werke für elektronische Klänge .

    Zahlreiche Bearbeitungen nach Werken von Bach, Beethoven, Liszt, Eisler, Wagner-Régeny, Weill u.a.

    Schriften: Zahlreiche Aufsätze.

     Eine detaillierte Übersicht ist auf der Homepage der Edition Tilo Medek einsehbar.
 






  DISKOGRAPHIE
 







    Die betrunkene Sonne, Melodram für Kinder von Sarah Kirsch / Hermann Grosse-Jäger, Sprecher; Neue
    Philharmonie Westfalen; Joachim Harder / Sonarte 2987610002
    Barlach-Motive, 5 Klavierstücke; Der Schwebende für Flöte solo; Fries der Lauschenden, 12 Orgelstücke /
    Mario Alarcon, Klavier; Andreas Knoop, Flöte; Paul-Gerhard Schumann,Orgel / Selected Concepts 9804
    12 Kaminstücke; Auswahl aus Tag- und Nachtstücke / Heinz Zarbock, Klavier / RicMed 01037
 

    TONBEISPIELE

    Tilo Medek hat ein Leben lang den Beuf als freischaffender Komponist mit allen seinen Beschwernissen
    aber auch Chancen gewählt. In solch unabhängiger Position hat er ein umfangreiches und vielschichtiges
    Werk geschaffen, in dem verschiedenste Gattungen souverän gehandhabt werden. Aus einer bewahrenden
    Grundhaltung heraus hat er nie den Schritt zur Dodekaphonie und Serialität getan, sondern sieht seine
    musikalischen Leitsterne eher in Komponisten wie Schostakowitsch und Eisler. Sein persönlicher Begriff
    von Avantgarde ist als Unabhängigkeit von Modeströmungen zu verstehen und dokumentiert sich auch
    in zahlreichen, geistvollen Auseinandersetzungen mit dem grossen Erbe der abendländischen Musik. Mit
    gelungenen Würfen wie etwa dem vielgespielten Portrait eines Tango (1967) kam er als vorausschauender
    Unzeitgemässer der Begeisterung um Piazzola um viele Jahre zuvor.

   Wasserzeichen, 1. Satz aus Sinfonie Nr.2 Rheinische (1986-1988) 

    Leipziger Kaffeebaum, Nr.3 aus Lesarten an 2 Klavieren  (1967-1971) 

    Unter Blumen eingesenkte Kanonen, 2. Satz aus Sinfonie Nr.1 Eisenblätter (1983) 

    Klavierkonzert nach Kuhnaus Historie "Der Streit zwischen David und Goliath"  (Ausschnitt) (1987) 

    Grosser Marsch  für Orchester (1974) 

    Sinnen und Trachten, 2. Satz aus Sinfonie Nr.3 Sorbische  (1994-1996) 

     Nr. 1-3 aus Späte Bagatellen mit Frühen von Beethoven, für Orchester adaptiert  (2001) 

     Erfurter  und Jenaer Kaminstück  für Klavier (1968-1970) 
 
 





 

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